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Verlagsbeilage Grenchner Tagblatt / Solothurner Zeitung

Dem königlichen Spiel wird beim Schachklub Grenchen schon fast seit 100 Jahren gefrönt. Schon Sechsjährige sitzen gerne am Brett.

von Luc Müller

Ist Schach nicht ein Spiel nur für Mathegenies oder Hochbegabte? Helmut Löffler, Präsident des Schachklubs Grenchen, verneint vehement. «Das Spiel kann jeder lernen. Bis man an einem Turnier eine Partie spielen kann, braucht es aber schon bis zu zwei Jahre Training.» Ein solches bietet der Schachklub Grenchen jeden Dienstag im Restaurant Parktheater. «Wir machen dabei unter anderem auch Taktiktraining», erzählt Löffler, «es gibt beispielsweise bis zu 700 Varianten, um eine Schachpartie zu eröffnen.» Seien in einer Partie zehn Züge gemacht, dann gebe es dafür mehr Varianten, als es Sandkörner in der Wüste gebe.

Kondition und Konzentration

helmutwebUnd Helmut Löffler erklärt in seinem unverwechselbaren österreichischen Dialekt weiter:«Schach ist ein Sport. Man braucht viel Konzentration und viel Kondition. Ein Spiel kann bis zu sechs Stunden dauern.» Schach erlebe derzeit wieder einen Boom.«In unserer hektischen Zeit entschleunigt dieses Spiel. Das erlebe ich jeweils selber. Beim Spielen kann man nicht noch an etwas anderes denken und taucht in eine ganz andere Welt ein.»

100-Jahr-Jubiläum im Jahr 2022

Der Schachklub Grenchen,1922 gegründet, feiert in zwei Jahren sein 100-Jahr-Jubiläum.Aktuell sind im Verein 30 Erwachsene und 20 Jugendliche und Kinder dabei, die jüngsten sind 6 Jahre alt. Die Kinder werden spielerisch an das anspruchsvolle Spiel geführt. So gebe es beispielsweise eine Spielform,in der die Jungen alle ihre Figuren so schnell als möglich vom Gegner schlagenlassen – also gerade umgekehrt als im eigentlichen Spiel. Der Schachklub Grenchen organisiert jährlich zwei grosse Turniere: das Open Baloise Bank SoBA Rapid im Januar und die Stadtmeisterschaft Grenchen, die über sieben Runden geht und jeweils von September bis Dezember dauert. «An den beiden Turnieren nehmen Spieler aus dem Ausland teil», berichtet Löffler. Der Schachklub Grenchen nimmt mit zwei Teams während des Jahres auch an der Schweizer Meisterschaft teil.

Onlineturniere wegen Corona

Der60-jährige ausgebildete Elektroingenieur spielt selber seit dem 9. Lebensjahr Schach. Bisher hat er über 1500 Partien bestritten. An der Amateur-WM in Griechenland erreichte er in seiner Stärkeklasse unter rund 80 Teilnehmern den 5. Schlussrang. Während der Corona-Krise war das Schachspielen in üblicher Form, zu zweit am Brett, nicht möglich. Der Schachklub Grenchen hat deshalb alternativ Onlineturniere abgehalten. So hat der Computer das Schachspiel verändert. «Heutzutage trainiert man viel am Computer und spielt Partien nach», so Löffler.

Der Schachklub Grenchen hat auf Grund des Coronavirus seinen Spielbetrieb vor Ort bis auf weiteres eingestellt. Sämtliche Aktivitäten wie der Klubabend, SMM-Spiele, etc.  sind abgesagt. Allerdings bieten wir allen Schachfreunden jede Woche ein Online-Turnier an.

Vorstand Schachklub Grenchen

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Die Stadtmeisterschaft 2019 war ein Kopf-an-Kopf-Rennen wie es im Buche steht. Kein Teilnehmer konnte sich absetzen, deshalb kamen vor der letzten Spielrunde eine ganze Reihe von Spielern für den Titel in Frage. Bemerkenswert:  Keiner der letztjährigen Sieger schaffte es dieses Jahr aufs Podest.

Neuer Stadtmeister wurde mit einem hauchdünnen Vorsprung Carlo Stöcklin vor Gilles Bürki. Den dritten Platz eroberte sich Fabrice Aegerter - eine kleine Unachtsamkeit im letzten Spiel verhinderte seinen ersten Titelgewinn. Den undankbaren 4. Rang belegte dieses Jahr Andreas Ehrsam, und dies wiederum nur mit minimalem Abstand auf Rang 3.

Schachlich gesehen  war es ein spannendes und äusserst faires Turnier auf hohem Nieveau.

Spass und Spannung am Bänzenblitzturnier
Im Anschluss an die Preisverteilung setzten sich die Schachspielerinnen und Schachspieler erneut an ihre Bretter, um aus 7 Kurzpartien à 5 Minuten den Sieger zu ermitteln. Bei diesem Wettbewerb gewann Paul Lüdi vor Raphael Hadorn und Fabrice Aegerter. Je nach Platzierung erhielten alle Spieler einen mehr oder weniger grossen Gritibänz.    

Schlussrangliste Stadtmeisterschaft: 1.Stöcklin Carlo (Grenchen) 2. Gilles Bürki (Biel) 5½ Punkte 3. Fabrice Aegerter (Grenchen) 4. Andreas Ehrsam (Solothurn) 5 Punkte 5. André Brunschwyler (Grenchen) 6. Victor Balli (Schüpfen) 7. Daniel Hänggi (Derendingen) 4½ Punkte 8. Thomas Freiburghaus (Bettlach) 7. Paul Lüdi (Niederbipp) 10. Eduard Giger (Zuchwil) 4 Punkte. Total 22 Klassierte.